Ein Sommermärchen mit Pierre Brice:
„Der Traum von Freiheit“
Es war einmal … so fangen Märchen an. Ein ganz besonderes „Es war einmal“ ist 22 Jahre her. Christian Berg, frischgebackener Schauspieler mit Regie-Ambitionen, sieht in einer Talkshow Pierre Brice, der dem Publikum verrät, einmal „The King and I“ (Der König von Siam) spielen zu wollen. Tags drauf wackelt der Berg in seiner Ente zum Propheten Brice nach Bad Segeberg, klopft an die Kassenscheibe der Karl-May-Spiele und meldet sich an: „Ich möchte gerne mit Pierre Brice sprechen.“ Nur eine Viertelstunde später kommt zwar nicht der Prophet, doch dessen Frau Hella zum Berg, und der Berg spricht. Er möchte gerne mit Pierre Brice zusammen arbeiten, „The King and I“, er habe sich schon wegen der Rechte informiert. „Sie sind wohl total verrückt?“, fragt Hella, doch noch bevor der Berg enttäuscht zu seiner Ente zurückjuckeln kann, sagt sie noch: „Der Pierre mag verrückte Leute, kommen Sie mit.“

In den darauffolgenden Minuten funkten Brice und Berg auf einer Wellenlänge, planten Theaterstücke, trafen sich mehrere Male, planten weitere Theaterstücke, zu denen es allerdings nicht kommen sollte. Vorerst nicht, denn 22 Jahre später schlug Christian Berg dem Idol seiner Jugend ein Stück vor. „Bist Du der Berg aus Bad Segeberg?“, fragte Hella am Telefon – und sie meinte nicht den Kalkberg. „Wir machen’s, ja, ja ja!“, freute sie sich.

Der Stoff, aus dem die Träume sind – „Der Traum von Freiheit – Tjede, Heldin des Nordens“ ist der Titel des Theaterstücks, das Pierre Brice und Christian Berg schließlich zusammenbringt. Acht Jahre, nachdem Pierre Brice zum letzten Mal auf einer deutschen Theaterbühne stand, zieht es ihn vom 15. Juli bis 8. August auf die Cuxhavener Freilichtbühne am Schloss Ritzebüttel. Er spielt den Erzähler des Stücks, den Wanderer zwischen den Welten. Er erzählt die Geschichte der jungen Tjede, die 1517 einen Aufstand der Wurster Friesen gegen die korrupte katholische Kirche, insbesondere gegen den Bischof von Bremen anführte und mit nur 17 Jahren auf dem Schlachtfeld starb. Als Jeanne d’Arc des Nordens ging sie in die Geschichte Bremens und Niedersachsens ein.
Als Christian Berg, der mit seinen Kindermusicals („Peter Pan“, „Das Dschungelbuch“, „Alice im Wunderland“, „Jim Knop“, „Pinocchio“, „Der kleine Lord“) nicht nur in Deutschland große Erfolge feierte, Pierre Brice von der Geschichte und dessen Rolle erzählte, sagte der französische Schauspieler sofort zu. Ohne das Buch gelesen zu haben. „Ich war erschlagen von so viel Enthusiasmus, von seiner Beharrlichkeit, unbedingt mit mir arbeiten zu wollen“, sagt Pierre Brice. „Und vor allem hat er in mir die Lust geweckt, diese Rolle zu spielen. Ich habe Vertaruen.“ Es geht um Freiheit, Liebe, um Freundschaft, Mut und Hoffnung. Diese Werte kommen bekannt vor, es sind dieselben, für die Pierre Brice als Winnetou stand und für die Pierre Brice noch immer steht. Seinen Charakter, der allwissende Erzähler, entwickelt Pierre Brice jetzt zusammen mit Christian Berg und seiner Co-Autorin Melanie Herzig. „Ich schreibe ihm die Rolle auf den Leib“, verspricht Berg. Die Musik zu diesem Musical schreibt – wie schon zu den anderen Stücken des Spielmanns Berg – Konstantin Wecker.

Mit dieser Inszenierung verabschiedet sich Pierre Brice von der deutschen Theaterbühne. „Es gibt zur Zeit keine weiteren Theaterpläne in Deutschland, kein Angebot, das mir im Moment gefällt.“ Also kein Abschied für immer? „On verra“, antwortet Pierre Brice auf die Frage eines Journalisten. „Wir werden sehen.“ Ob es denn Theaterpläne für Frankreich gäbe, möchte eine andere Reporterin der wichtig besetzten Pressekonferenz im Schloss Ritzebüttel wissen. „Ja“, antwortet Pierre Brice knapp und belässt es bei dem Zusatz, dass es um ein Projekt im nächsten Jahr ginge, über das er aber noch nicht sprechen möchte. Von den Bildschirmen wird er jedenfalls nicht verschwinden. „Ich habe ein treues Publikum, und ich bin meinem Publikum treu“, verspricht er und beantwortet im gleichen Atemzug die Frage, ob er sich wirklich open air antun, sich Wind und Wetter aussetzen möchte. „Ich liebe mein Publikum. Ich bin ihm dankbar, wir Künstler können ohne Publikum nicht existieren.“ Eine Verneigung vor seinem Publikum.
Christian Berg sitzt bei der Pressekonferenz neben Pierre Brice, seine Nervosität und seine Freude sind ihm deutlich anzumerken. „Für mich geht ein Lebenstraum in Erfüllung“, sagt er. „Es schließt sich der Kreis, der vor 22 Jahren begann.“ Ein ganz besonderes Märchen, das im Sommer auf die Bühne kommt. Ein Sommermärchen …

Inhalt
Heldin der Geschichte ist eine junge Frau namens Tjede Peckes, die zusammen mit ihren Geschwistern Onno und Beke sowie ihrer Mutter Gesche ein paar Kilometer von Ritzebüttel friedlich lebte. Durch die Machtgier ihres Dorfpriesters Dedo, den Tjede öffentlich anklagt, gerät sie in die Fänge des Bischofs von Bremen, der in dem Mädchen mehr sieht als nur ein einfaches Bauernmädchen. Denn Tjede ist, ohne es selber zu wissen, mit dem Bischof verwandt. Dieser verliebt sich in das Mädchen und führt einen innerlichen Kampf mit sich selbst, der dazu führt, dass er seinen ganzen Hass und seine Habgier gegen das Mädchen und die Wurster Friesen richtet. Er verlangt sämtliche Landesabgaben und somit die Freiheit der Friesen. Aus Protest gegen die korrupte katholische Kirche fordert Tjede die Wurster Friesen zum Kampf auf. Doch ihre Familie hat Zweifel. Besonders ihre Mutter, die nicht gegen die Kirche und somit ihren Bruder kämpfen möchte, und Habert, Tjedes Freund, der lieber eine Familie gründen möchte, als in den Kampf zu ziehen. Doch ohne Land und Freiheit gibt es für Tjede und die Friesen keine wirkliche Zukunft. So kommt es zur alles entscheidenden Schlacht am Wermer Tief, wo Tjede sich zusammen mit 500 anderen Frauen am Kampf beteiligte. Als Fahnenträgerin der Gruppe zieht sie vorneweg und wird zur Symbolfigur für Hoffnung und Mut.
Der Wanderer zwischen den Welten
„Ich sehe es euch an, ihr Menschen, die ihr aus der Zukunft auf uns schaut, auch ihr habt immer noch Sehnsucht nach Geschichten, nach Träumen und nach Wundern. Dies ist eine Geschichte von Freiheit und ihrem Glauben daran, von Heldinnen und Träumern, von Liebe, Tod und der Hoffnung, die alle Zeiten überdauert und uns bis heute durchs Leben trägt. Ich bin der Wanderer zwischen den Welten, der das Heute und das Gestern kennt. Ich entführe euch in die Zeit der Tjede Peckes, der Wurster Friesen, die sich Ende des Jahres 1517 gegen die Abgaben an den Bremer Erzbischof Christoph von Braunschweig-Lüneburg zur Wehr setzen.“
„Der Wanderer zwischen den Welten“ ist der allwissende Erzähler, der zusammen mit seinem Knappen Krischan (Christian Berg) nicht nur eine eigene Version der Geschichte von Tjede Peckes erzählt, sondern auch unmittelbar eingreift und mit dem Publikum der heutigen Zeit in Kontakt steht. Ein Mittelsmann zwischen Heute und Gestern. Mal nachdenklich, mal emotional und auch durchaus mal mit einem Augenzwinkern. Die Rolle wandert zwischen den Zeiten, die uns aus heutiger Sicht wie zwei verschiedene Welten erscheinen mögen, aber bei näherer Betrachtung doch so ähnlich sind. Was treibt uns heute wie gestern an? Was lässt uns hoffen? Liebe, Hass, Träume und die Hoffnung das sich unsere Sehnsüchte erfüllen.
Vorverkauf und weitere Informationen:
Sommertheater Cuxhaven
Zum Ticketvorverkauf
Gute Nachricht für Theaterbesucher - das Bonbon:
Speziell für die Fans und Freunde von Pierre Brice hat Christian Berg ein ganz besonderes Angebot: Wer bei Nordwest Ticket unter der Hotline 0421/363636 seine Tickets unter dem Stichwort: “Sommertheater Cuxhaven: Manitou” bucht, erhält in jeder Preiskategorie einen Nachlass von 4,-€ auf jede Karte. Die Eintrittskarten kosten regulär zwischen 17,-€ und 27,-€.
Wichtig: Der Rabatt kann nur bei telefonischen Buchungen gewährt werden, nicht bei Online-Buchungen. Für bereits ermäßigte Karten und beim Familienpaket gilt der Rabatt nicht.
Text und Fotos: Copyright by Thomas Claaßen (kontakt@thomas-claassen.de)